Kyudo

Das Wort „Kyudo“ (in wörtlicher Übersetzung „Weg des Bogens“) bezeichnet das japanische Bogenschießen. Kyudo wird mit einem etwa 2,27 Meter langen asymmetrischen Bogen ausgeübt. „Asymmetrisch“ bedeutet, dass sich das Griffstück im unteren Drittel des Bogens befindet. Es gibt keine Visiereinrichtung, Pfeilauflage oder stabilisierenden Gewichte, wie sie von Sportbögen bekannt sind.

Kyudo bei den SSF Bonn

Die Abteilung Kyudo bei den SSF wird von Sven Zimmermann (6. Dan Renshi) geleitet. Das Mato-Training für fortgeschrittene Schützen findet in der Untertribüne des Sportparks Nord statt.

  • Training: Montag und Donnerstag von 20.00 bis 21.30 Uhr
  • Abteilungsbeitrag (für Schützen, die an Prüfungen und Wettkämpfen teilnehmen wollen): 35 Euro jährlich.

Ausrüstung

Die Ausrüstung besteht aus dem Bogen, einem Übungspfeil für das Schießen aus kurzer Distanz auf eine Strohtonne („Makiwara“) und vier Pfeilen für das Schießen auf die Zielscheibe („Mato“). Außerdem benötigt man einen speziellen Schießhandschuh. Die Bekleidung besteht in der Regel aus einer halbärmligen knopflosen Jacke („Gi“) und einem knöchellangen Hosenrock („Hakama“). Die komplette Ausrüstung in einfacher Ausführung kostet derzeit etwa 1000 Euro.

Prüfung und Wettkampf

Es gibt im Kyudo wie auch in anderen japanischen Sportarten - Judo, Karate, Kendo und andere - Prüfungen. Durch Prüfungen werden bestimmte Graduierungen erworben, im Kyudo sind dies die 5 Kyu-Grade für Anfänger und die auch aus anderen Budo-Sportarten bekannten Dan-Grade für fortgeschrittene Schützen. Verschiedenfarbige Gürtel werden nicht getragen. Auf Landes- und Bundesebene finden jährlich Wettkämpfe für Einzelteilnehmer und Mannschaften statt. In größeren Abständen besteht überdies die Möglichkeit, auf europäischer Ebene und in Japan an Wettkämpfen teilzunehmen.

Organisation

Kyudo-Vereine gibt es in fast allen Bundesländern. Die Kyudo-Landesverbände oder Kyudo-Sektionen der Judo-Landesverbände sind als Mitglieder des Deutschen Kyudo Bundes e.V. (DKyuB) organisiert. Der DKyuB ist Mitglied im Deutschen Judo-Bund und über diesen im Deutschen Sportbund (DSB). Derzeit gibt es bundesweit etwa 1200 aktive Kyudoka, ein Drittel hiervon sind Frauen, in 44 Vereinen. Jeder Verein verfügt über DSB-lizenzierte Übungsleiter. Viele sind hochgraduierte Dan-Träger, sieben deutsche Übungsleiter tragen überdies den ersten Lehrertitel („Renshi“) der ANKF. Neben regelmäßigem Training und weiteren Aktivitäten werden auf Bundes- und Landesebene Lehrgänge mit Schwerpunktthemen angeboten. Japanische Kyudo-Lehrer kommen jährlich zum Unterrichten nach Deutschland.Im Mai 2006 wurde der Kyudo-Weltverband IKF gegründet, dem neben Japan 16 weitere Länder angehören.